wie wird das neuen widerrufsrecht wohl von den plattformen umgesetzt?

Neues Widerrufsrecht seit einem knappen Monat in Kraft

Wie der Kontakt-Insider in einem kürzlich veröffentlichtem Beitrag mitgeteilt hat, wurde am 13.06.2014 ein neues Widerrufsrecht ins Leben gerufen, welches vor allem die rechte der Verbraucher stärken soll. Einen knappen Monat nach der Inkrafttretung dieses Gesetzes haben wir uns auf den verschiedensten Sexdating Portalen im Netz umgeschaut und versucht herauszufinden, wie die entsprechenden Plattformen das neue Gesetz umgesetzt haben und ob es tatsächlich Vorteile für den Kunden gibt, unsere gewonnenen Erfahrungen könnt Ihr in den nachfolgenden Zeilen nachlesen.

Die Neuerungen im Detail

Es gibt einige wirklich sinnvolle Neuerungen im aktualisierten Widerrufsrecht, welche die Rechte des Verbrauchers wirklich stärken, zumindest in der Theorie. So ist es ab sofort zum Beispiel auch möglich, einen Widerruf per Telefon zu kommunizieren, zu diesem Zweck muss der Händler/Dienstleister eine Telefonnummer zur Verfügung stellen, welche nicht mehr Kosten als bei einem klassischen Ferngespräch verursachen darf. Desweiteren muss der Händler seinen Kunden während des Kaufvorganges bereits eine Muster-Widerrufserklärung zur Verfügung stellen, welche der Kunde nutzen kann aber nicht muss. Nachteilig für den Kunden könnte hingegen sein, dass der Händler nicht mehr verpflichtet ist die Rücksendekosten des entsprechenden Artikels ab einem Warenwert von 40,00€ zu bezahlen, diese muss man nun selbst aufwenden, wobei gerade viele größere Unternehmen (z.B. Amazon)bereits angekündigt haben, hier an der alten Regelung festzuhalten und diese zu Gunsten des Kunden nicht zu ändern. Weiterhin muss der Kunde seinen Widerruf jetzt auch noch begründen, es ist also nicht mehr möglich die Ware einfach zurückzuschicken, man muss nun auch den Grund angeben warum man dies tut, etwa weil einem der Artikel nicht gefällt oder nicht passt.

So haben die Plattformen reagiert

Um herauszufinden, wie die verschiedenen Deutschen Sexdating Communities mit dem neuen Widerrufsrecht umgehen, haben wir uns kürzlich auf 10 Portalen angemeldet und dort getestet, wie leicht es ist seinen geschlossenen Vertrag zu widerrufen. In der Theorie sollte dies ja kein Problem mehr sein, doch die Praxis sieht wie so oft leider etwas anders aus. Zwar gilt das neue Widerrufsrecht in ganz Europa, dennoch halten es einige Plattformen, welche Ihren Sitz nicht in Deutschland haben, nicht für nötig dieses Ihren Kunden auch einzuräumen, die entsprechenden Betreiber wissen wahrscheinlich ganz genau, dass kein Kunde in Deutschland ein Gerichtsverfahren vor einem europäischen Gericht für 30,00€ eröffnen wird. Doch auch unter den direkt in Deutschland ansässigen Sexdating-Communities wird man es schwer haben sein Widerrufsrecht durchzusetzen, diese behelfen sich nämlich mit einer kleinen Gesetzeslücke. Als Anbieter von elektronischen Dienstleistungen und/oder Artikeln hat man nämlich die Möglichkeit, kein Widerrufsrecht zu gewähren, wenn der Kunde im Vorwege ausdrücklich darum gebeten hat sofort mit der Ausführung der Dienstleistung zu beginnen. Die Portale bringen nun einfach einen Satz in Ihren AGB unter, in welchem darauf hingewiesen wird, dass der Kunde beim Abschluss des Kaufvorgangs und beim Bestätigen der AGB damit einverstanden ist, dass die entsprechende Dienstleistung sofort ausgeführt wird.

Fazit: Es hat sich kaum etwas geändert, wer sich heutzutage auf einer Sexdating Plattform in Internet anmeldet, hat kaum bessere Chancen sein Widerrufsrecht durchzusetzen wie vor der Gesetzesänderung!

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